Spreewälder Meerrettich mit mäßigem Ernteertrag

Anbaufläche beim scharfen Gemüse hat sich 2019 erhöht

Lübben, 7. April 2019. Wie schon auf der Auftaktpressekonferenz zum Erntebeginn des Spreewälder Meerrettichs im November 2018 erläutert, hat der Witterungsverlauf in 2018 die Entwicklung des Meerrettichs eingeschränkt. Der Ertrag der Erntesaison 2018/2019 ist geringer ausgefallen, als für die Flächengröße zu erwarten war. Und ohne kontinuierliche Bewässerung ging gar nichts. Bei einem Anbauumfang von 10 Hektar im Spreewald ist die prognostizierte Erntemenge von 100 Tonnen Wurzelstangen nicht ganz erreicht worden.

Meerrettichernte im November 2018 bei Ragow

Die Preisentwicklung im Lebensmittel-Einzelhandel ist für die Anbau- und Verarbeitungsbetriebe nicht kostendeckend. Die Handelskette Edeka zum Beispiel ist nach 5 Jahren ohne jegliche Preisanpassung gerade mal zu einer Erhöhung um 1,3 Prozent bereit. Das deckt nicht annähernd die Kostensteigerungen ab. Die Rohwarenpreise im Konkurrenzmarkt Ungarn waren 2016 und 2017 sehr niedrig, 2018 waren sie dort sehr hoch. Überall gab es niedrige Erträge.

Die Witterungsentwicklung 2019 hat den Anbaubetrieben ermöglicht, bereits Ende Februar, Anfang März mit der Pflanzung der Fechser zu beginnen. Die Arbeitskräftesituation wird ähnlich wie bei der Ernte von Spreewälder Gurken kritisch gesehen. Zunehmend fehlen gute Arbeitskräfte. Auch das Thema „Arbeitszeit in der EU – Sozialversicherungspflicht“ ist sehr kompliziert. Oft erfolgen durch die Saisonkräfte falsche Angaben.

2019 erhöht sich der Anbauumfang wieder um ca. 2 Hektar. Die gemeinsame Pressekonferenz zum Start der Wurzelernte wird im November 2019 im Gemüsebaubetrieb Richter im Lübbenauer Ortsteil Klein Klessow stattfinden.

Auch die Registrierung des Spreewälder Meerrettichs als geschützte geografische Angabe durch die Europäische Kommission jährte sich wie bei Spreewälder Gurken am 19. März 2019 zum zwanzigsten Mal. Allerdings spielt der Meerrettich nicht die wirtschaftliche Rolle wie Spreewälder Gurken. Fälle von Produktfälschungen sind bei Spreewälder Meerrettich überhaupt noch nicht bekannt geworden. Wichtiger ist hier der zweite Effekt des EU-Schutzes: Die Produktion und Veredlung des Gemüses unterliegt strengen Richtlinien, deren Einhaltung regelmäßig kontrolliert wird. Qualität und Geschmack bilden eine Konstante. Mehr erfahren auf Gutes-Spreewald.de