Meerrettichsaison 2019 im Spreewald

Offizieller Auftakt mit Anbau- und Verarbeitungsbetrieben

Klein Klessow, 13.11.2019. Die Ernte des bekannten Spreewälder Meerrettichs ist angelaufen: Geschäftsführer von Spreewälder Gemüseanbau- und Verarbeitungsbetrieben und der Spreewaldverein besuchten am Mittwoch, den 13. November 2019 gemeinsam mit Medienvertretern die kürzlich begonnene Ernte des Spreewälder Meerrettichs. Gastgeber des Pressetermins war Dirk Richter, der mit seinem Gemüsebetrieb in Klein Klessow ansässig ist. An seinem Meerrettichfeld diskutierten Experten, Medien und Gäste die Herausforderungen der diesjährigen Erntesaison.

Der hiesige Meerrettichschlag ist rund 1,4 Hektar groß. Davon erntet der Betrieb auf 0,6 Hektar die alte Landsorte Spreewälder Meerrettich. Laut Richter ist eine stetige Steigerung der Anbaufläche dieser Sorte vorgesehen. Die Ernte des Meerrettichs wird gegenwärtig mit Unterstützung der Familie, Freunden und Bekannten bewältigt und erfolgt bis Ende November bzw. bis zum Einsetzen der ersten Fröste auf zwei Drittel der Gesamtfläche. Der Rest wird im Frühjahr des Folgejahres geerntet. Damit ist die frische Rohware über einen längeren Zeitraum für die Verarbeitungsbetriebe verfügbar.

Meerrettichernte in Klein Klessow

Ernteerwartungen

Meerrettich mag es warm und feucht. Der diesjährige zwar warme aber wieder zu trockene Sommer erforderte eine zusätzliche Beregnung der Meerrettichkulturen. In diesem Jahr wird im Spreewald auf gut 10 Hektar Meerrettich angebaut. Das ist im Vergleich zum Vorjahr eine leichte Steigerung, die auch für nächstes Jahr erwartet wird. Die notwendigen Erntemengen im Spreewald sichern die Landwirtschaftsbetriebe per Vertragsanbau. Haupterzeuger ist der Gemüsebaubetrieb „Spreewald“, zweitgrößter Produzent der Gemüsebetrieb Dirk Richter in Klein Klessow. Hinzu kommen einige Kleinerzeuger mit Flächengrößen weit unter einem Hektar. Durchschnittlich liegt der Ertrag pro Hektar bei 12 – 13 Tonnen des Wurzelgemüses bei normalen Niederschlagsmengen.

Nach den ersten Erntetagen prognostiziert Dirk Richter durchschnittliche Ernteerträge während Marcel Mich von Ertragseinbußen ausgeht. Die Trockenheit hat der Meerrettichkultur auf den leichteren Böden trotz Beregnung doch mehr zugesetzt als erwartet. Folge sind wie im Vorjahr weniger stark entwickelte Hauptwurzelstöcke und die Ausbildung von mehr Nebenwurzeln. Ein Gesamtertrag von rund 120 Tonnen Meerrettichwurzeln in der Saison Herbst/Winter 2019/Frühjahr 2020 wäre unter den genannten Bedingungen bereits als Erfolg zu bewerten. Die Verarbeitungsbetriebe erhalten von den Erzeugern Wurzelstangen, die von den Nebenwurzeln befreit, sortiert und grob gereinigt sind. Die dünneren Nebenwurzeln der Stangen, auch als Senker, Fechser oder im Spreewald vor allem als Schwigatze bezeichnet, behalten die Anbaubetriebe als Pflanzgut für das Folgejahr.

Produkt mit besonderem EU-Gütesiegel

Neben Spreewälder Gurken und Beelitzer Spargel besitzt Spreewälder Meerrettich das EU-Gütesiegel „Geschützte Geographische Angabe“ (g.g.A.). Für die Verarbeiter besteht damit die Pflicht, bei der Veredlung überwiegend Meerrettich aus regionalem Anbau zu verwenden.

Verwendungsmöglichkeiten

Klassische Verarbeitungsprodukte sind der frisch geriebene Meerrettich ohne Zusätze und frisch gerieben mit aromatischen Zusätzen, wie Honig, Ingwer, Knoblauch, Apfel, Sahne, Rote Bete, Tomatenmark oder Preiselbeeren. Zum Einsatz kommen diese Produkte zum einen in der Küche als kulinarische Zutat, insbesondere für Soßen und zum anderen auf belegten Schnitten/Brötchen als „Geschmacksverstärker“ zum Beispiel auf Wurst und Schinken. Inzwischen wird Meerrettich auch als Zutat für die Herstellung veganer Gemüseaufstriche und Sandwich-Cremes verwendet. Auf unserer Webseite erfahren Sie vom Anbau über die Verarbeitung bis hin zur vielseitigen Verwendung in Küche und Gesundheitsförderung allerhand über das scharfe Gemüse.