Gurken-Erntesaison 2018 durch rasantes Wachstum geprägt

Früherer Erntebeginn stellt Betriebe vor besondere Herausforderungen

Lübben, 5. April 2019. Die Erntesaison bei Spreewälder Gurken begann 2018 sehr früh – ca. zwei bis drei Wochen früher als in einem Normaljahr. Die ab April beständig hohen Temperaturen im Saisonverlauf bedingten eine kurze und intensive Ernteperiode. Die Wasserversorgung auf den Flächen war im Wesentlichen gewährleistet, hat aber die Produktionskosten erhöht.

Kritisch war 2018 die Arbeitskräftesituation. Zum vorgezogenen Erntebeginn waren die Saisonkräfte nicht in jedem Anbaubetrieb in der erforderlichen Anzahl verfügbar. Zudem hatte die verarbeitende Industrie damit Probleme, sich rechtzeitig auf den verfrühten Erntebeginn einzustellen. Anfang bis Mitte August waren die vertraglich gebundenen Liefermengen bereits überwiegend geliefert und verarbeitet.

In der Spreewaldregion sind im Jahr 2018 Spreewälder Gurken von neun Anbaubetrieben auf ca. 540 Hektar in bewährter Weise nach den Grundsätzen der kontrolliert integrierten Produktion sowie im ökologischen Anbau produziert worden. Davon wurden 50 Hektar für den Anbau von Bio-Gurken genutzt. Insgesamt lag die Erntemenge bei rund 32.000 Tonnen Einleger und Schälgurken. Die vertraglich gebundenen Liefermengen an die neun Verarbeitungsbetriebe der Schutzgemeinschaft „Spreewälder Gurken“ konnten seitens der Anbaubetriebe durchgehend erfüllt werden.

Gurken werden handverlesen!

Eine besondere Herausforderung für die Anbaubetriebe war 2018 die durchgehende, bedarfsgerechte Lieferung in gewünschter Größensortierung der Einleger. Die Schälgurken standen zum Teil erheblich früher bereit. Dennoch garantierte die Schutzgemeinschaft auch für in 2018 erzeugte Gurkenkonserven

Wo Spreewälder Gurken drauf steht, sind auch 100 Prozent Spreewälder Gurken drin.

Während bundesweit die Sauerkonservenindustrie zunehmend ihren Rohstoffbedarf aus dem Ausland sichert und sich dadurch wirtschaftliche Vorteile gegenüber unserem Premiumprodukt verschaffen kann, sind die Spreewälder Gurken an den Standort im Wirtschaftsraum und den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen aufgrund seiner EU-geschützten Spezifikation gebunden. Hinzu kommt die Eigenverpflichtung der hiesigen Konservenbetriebe, sämtlichen Rohwarenbedarf an Gurken für die Herstellung Spreewälder Gurken-Konserven von regionalen Anbaubetrieben zu beziehen.

Die Situation hat sich aufgrund der Blockadehaltung des Lebensmittel-Einzelhandels weiter verschärft, der nicht bereit ist, die erforderlichen jährlichen Preisanpassungen ganz oder teilweise mitzutragen und deren Handelsmarken die Situation für die Branche eher noch verschlechtert haben. Die Mindestlohnsteigerung und die Steigerung der sonstigen Produktionskosten gestalten den Gurkenanbau zunehmend problematisch. Trotzdem hat sich die Anbaufläche in den letzten fünf Jahren bei ca. 500 Hektar stabilisiert.

Die Registrierung des Spreewälder Imageproduktes als geschützte geografische Angabe durch die Europäische Kommission jährte sich am 19. März 2019 zum zwanzigsten Mal. Mussten in den ersten Jahren nach der Eintragung noch viele Abmahnungen verschickt werden, weil „Spreewälder Gurken“ verkauft wurden, die nicht im Spreewald produziert wurden, werden heute Fälle von Produktfälschungen kaum noch festgestellt. Der EU-Schutz hat noch einen zweiten Effekt: Die Produktion und Veredlung des Gemüses unterliegt strengen Richtlinien, deren Einhaltung regelmäßig kontrolliert wird. Qualität und Geschmack bleiben so unübertroffen. Mehr erfahren auf Gutes-Spreewald.de.