Feldbesuch zum zartblauen Blütenmeer

Leinanbauer und Ölmüller sind zuversichtlich

Dürrenhofe, 13. Juni 2019. Seit Hunderten von Jahren wird im Spreewald Flachs bzw. Lein angebaut und zu unterschiedlichen Produkten verarbeitet. Statt der Gewinnung von Faserlein für die aufwändige Herstellung von Leinwand, wie noch vor 150 Jahren praktiziert, steht heute allein der Anbau von Öllein für die Gewinnung des Leinöls aus dem Leinsamen im Fokus. Auf ca. 210 Hektar Ackerfläche wächst in diesem Jahr im Spreewald Öllein. Das ist etwas weniger als im Vorjahr, welches durch eine starke Trockenheit im Vegetationsverlauf des Leines gekennzeichnet war. Im Ergebnis dessen fiel die Ernte an Leinsamen mit insgesamt rund 40 Tonnen deutlich niedriger als erwartet aus. Fünf Spreewälder Landwirte verhelfen gegenwärtig dem Lein zu seiner Renaissance. So verwandeln sich im Spreewald auch in diesem Jahr im Frühsommer Felder in Meere aus zartblauen Blüten.

Blühender Öllein

Heute trafen sich auf Einladung des Spreewaldvereins als Träger der „Wertschöpfungskette Spreewälder Ölsaaten“ Anbauer und Verarbeiter des Ölleins mit Medienvertretern zum bereits traditionellen Medientermin während der Blütezeit. Gastgeber war die Agrargenossenschaft Unterspreewald und Treffpunkt ein Ölleinfeld des Betriebes zwischen dem Bahnhof Börnichen und Schlepzig. Und es war höchste Zeit zu kommen. Den Betrachtern bot sich zwar noch ein blaues Blütenmeer, allerdings bereits mit großen blütenfreien Lücken. Insgesamt ist diese Leinkultur prächtig gediehen, mit vielen Blütenansätzen und relativ rein im Bestand. Die Agrargenossenschaft Unterspreewald baut hier auf zwei benachbarten Flächen mit einer Gesamtgröße von 31 Hektar Öllein an. Uwe Schieban, Geschäftsführer der Agrargenossenschaft Unterspreewald, zu seinem Bestand:

Den bisherigen Entwicklungsverlauf unseres Ölleinbestandes bewerten wir als positiv. Notwendige Niederschläge vielen gerade noch rechtzeitig. Jetzt noch ein paar Niederschläge und viel Sonne zum Abtrocknen. Dann kann bereits Ende Juli gedroschen werden. Wir rechnen mit einem Ertrag von 10 bis 12 Dezitonnen pro Hektar.

Christian Behrendt von der Kanow-Mühle erläuterte die verschiedenen technischen Möglichkeiten des Pressens der Leinsaat und die garantiert schonende Behandlung während der Kaltpressverfahren. Beim Feldbesuch nutzten die Teilnehmer die Gelegenheit, Leinöl-Kostproben von Spreewälder Ölmühlen entweder pur oder bei einer Stippe mit Brot, Zucker oder Salz zu verkosten und zu vergleichen. Drücken wir die Daumen für noch ein paar Regengüsse in den nächsten Wochen und viele Sonnentage zum Abtrocknen der erntereifen Leinbestände! Dann steht einer ertragreichen Ernte nichts mehr im Weg und die Spreewälder Ölmühlen können frohlocken. Weitere Informationen gibt es hier.