Erntestart bei Spreewälder Meerrettich 2018

Offizieller Auftakt mit Spreewälder Anbau- und Verarbeitungsbetrieben

Ragow, 8.11.2018. Die Ernte des bekannten Spreewälder Meerrettichs ist seit Anfang November im Gange. Geschäftsführer von Spreewälder Meerrettichanbau- und Verarbeitungsbetrieben und der Spreewaldverein besuchten in diesem Jahr am 8. November auf einer Meerrettichfläche des Gemüsebaubetriebes „Spreewald“ im Lübbenauer Ortsteil Ragow gemeinsam mit Medienvertretern die Ernte des Spreewälder Meerrettichs 2018. Gastgeber des Pressetermins war Betriebsinhaber Marcel Mich. An seinem rund 7 Hektar großen Meerrettichfeld am Ponnischkaweg – der größten zusammenhängenden Meerrettich-Anbaufläche 2018 im Spreewald – diskutierten Experten, Medien und Gäste die Herausforderungen der diesjährigen Ernte- und Verarbeitungssaison und die Ertragserwartungen. Die Ernte des Meerrettichs erfolgt bis zum Einsetzen der ersten Fröste auf zwei Drittel der Gesamtfläche. Der Rest wird im Frühjahr des Folgejahres geerntet. Damit ist die frische Rohware über einen längeren Zeitraum für die Verarbeitungsbetriebe verfügbar.

Ertragserwartungen
Meerrettich mag es warm und feucht. Der diesjährige zwar warme aber viel zu trockene Sommer erforderte eine kontinuierliche künstliche Beregnung der Meerrettichkulturen. Zudem verteuerten sich die Kraftstoffe und notwendige Betriebsmittel. Wird dazu noch die Steigerung des Mindestlohnes berücksichtigt, verzeichnen die Landwirtschaftsbetriebe in diesem Jahr wesentlich höhere Produktionskosten gegenüber dem Vorjahr. In diesem Jahr wird im Spreewald auf knapp 10 Hektar Meerrettich angebaut. Das ist dem geringeren Bedarf der Verarbeiter geschuldet. Die dafür notwendigen Erntemengen im Spreewald sichern die Landwirtschaftsbetriebe per Vertragsanbau. Gegenüber dem Vorjahr hat sich damit die Anbaufläche um ein Drittel reduziert. Haupterzeuger ist der Gemüsebaubetrieb „Spreewald“, zweitgrößter Produzent der Gemüsebetrieb Dirk Richter in Klein Klessow. Hinzu kommen einige Kleinerzeuger mit Flächengrößen weit unter einem Hektar. Durchschnittlich liegt der Ertrag pro Hektar bei 10 – 12 Tonnen des Wurzelgemüses bei normalen Niederschlagsmengen. Nach den ersten Erntetagen prognostiziert Marcel Mich geringere Ernteerträge. Die extreme Trockenheit hat der Meerrettichkultur trotz Beregnung doch mehr zugesetzt als erhofft. Folge sind im Vergleich zum Vorjahr weniger stark entwickelte Hauptwurzelstöcke und die Ausbildung von mehr Nebenwurzeln. Ein Gesamtertrag von knapp 100 Tonnen Meerrettichwurzeln in der Saison Herbst/Winter 2018/Frühjahr 2019 wäre unter den genannten Bedingungen bereits als Erfolg zu bewerten.

Produkt mit besonderem EU-Gütesiegel
Neben Spreewälder Gurken und Beelitzer Spargel besitzt Spreewälder Meerrettich das EU-Gütesiegel „Geschützte Geographische Angabe“ (g.g.A.). Für die Verarbeiter besteht damit die Pflicht, bei der Veredlung überwiegend Meerrettich aus regionalem Anbau zu verwenden. Markus Belaschk dazu:

In der Praxis verarbeitet Spreewaldrabe 80 bis 90 Prozent Rohware aus dem Spreewald.

In schlechteren Erntejahren wie diesem sind die Verarbeiter gezwungen, Rohware verstärkt von außerhalb der Region zuzukaufen. Von der extremen Trockenheit war aber in diesem Jahr fast ganz Europa betroffen. Damit ist auch in anderen Regionen und Ländern mit Ertragsausfällen zu rechnen und der frei auf dem Markt verfügbare Meerrettich als Rohware dürfte den Verarbeitern teuer zu stehen kommen.

Verwendungsmöglichkeiten
Klassische Verarbeitungsprodukte sind der frisch geriebene Meerrettich ohne Zusätze und frisch gerieben mit aromatischen Zusätzen, wie Honig, Ingwer, Knoblauch, Apfel, Sahne, Rote Bete, Tomatenmark oder Preiselbeeren. Zum Einsatz kommen diese Produkte zum einen in der Küche als kulinarische Zutat, insbesondere für Soßen und zum anderen auf belegten Schnitten/Brötchen als „Geschmacksverstärker“ zum Beispiel auf Wurst und Schinken. Inzwischen wird Meerrettich auch als Zutat für die Herstellung veganer Gemüseaufstriche und Sandwich-Cremes verwendet. Unter dem Link https://gutes-spreewald.de/gutes-aus-dem-spreewald/meerrettich/ erfahren Sie vom Anbau über die Verarbeitung bis hin zur vielseitigen Verwendung in Küche und Gesundheitsförderung allerhand über das scharfe Gemüse.