Die Gurkenflieger rollen wieder

Offizieller Auftakt der Gurkenernte in Bersteland

Lübben, 21. Juni 2019. Die Ernte der berühmtesten Gurken der Welt läuft an. Geschäftsführer von Spreewälder Gemüseanbau- und Verarbeitungsbetrieben und der Spreewaldverein geben am Dienstag, den 25. Juni 2019, gemeinsam mit Medienvertretern den symbolischen Startschuss für die Ernte der Gurken. Auf dem Gurkenfeld bei Reichwalde – einem Ortsteil der Gemeinde Bersteland im Landkreis Dahme-Spreewald – diskutierten Experten, Medien, Handelsvertreter und Gäste die Herausforderungen der diesjährigen Erntesaison. Der hiesige Gurkenschlag ist knapp 32 Hektar groß.

Heinz-Georg Embach von der Geschäftsführung des Spreewaldhofes Niewitz und Gastgeber der diesjährigen Pressekonferenz, erklärte, dass die Pflanzung der Gurken planmäßig ab Mitte April erfolgte. In diesem Zeitabschnitt zeigte sich das Wetter von seiner angenehmen Seite. Ende April bis Mitte Mai setzte dann eine kühle Witterungsperiode ein, in deren Verlauf an 2 bis 3 Tagen, je nach Feldlage, Nachtfröste bis zu -6 Grad am Erdboden zu verzeichnen waren. Das hatte zur Folge, dass punktuell Nachpflanzungen notwendig wurden, die sich kostensteigernd auswirkten. Bis Mitte Mai wiesen die Pflanzenbestände deutliche Verzögerungen in der Entwicklung auf. Der dann folgende Witterungsumschwung bewirkte eine zügige Entwicklung der Bestände. Heinz Georg Embach:

Die derzeitige Wetterlage ist Gurkenwetter. Die Pflanzen holen jetzt auf und machen ihre Wachstumsrückstände wett.

Die Gewitter der letzten Zeit, verbunden mit Starkniederschlägen und Hagel, verursachten auf einigen Gurkenfeldern Schäden. Insgesamt beginnt die Ernte in diesem Jahr durch-schnittlich eine Woche später als geplant.

Gurken werden handverlesen

Nach wie vor sind Spreewälder Gurken ein Qualitätsprodukt mit Herkunftsgarantie. Seit der Selbstverpflichtung der regionalen Gurkenerzeuger und –verarbeiter wird ausschließlich regionale Rohware für die Verarbeitung zu Spreewälder Gurken in den unterschiedlichen Geschmacksrichtungen verwendet. Die Verwendung frischer Zwiebeln, Kräuter und würziger Aufgüsse erzeugt den typischen fein-milden Geschmack. Bekannt sind Spreewälder Gurken zudem durch die besondere Knackigkeit und Bissfestigkeit der Gurken. Das liegt an den besonderen klimatischen Verhältnissen im Spreewald und an den kurzen Wegen vom Feld bis zum Konservenbetrieb, die eine tagfrische Verarbeitung der Rohware gewährleisten.

Im diesem Jahr feiert das Spreewälder Imageprodukt sein 20-jähriges Jubiläum als „Geschützte Geografische Angabe“. Dabei handelt es sich um eine Registrierung durch die Europäische Kommission, die einerseits der Qualitätssicherung dient und andererseits Spreewälder Gurken vor Nachahmung außerhalb der Region schützt. Die Spreewälder Gurken sind neben dem Spreewälder Meerrettich und seit Kurzem dem Beelitzer Spargel eines von nur drei Produkten mit geschützter Herkunftsangabe im Land Brandenburg. Die Entwicklung zeigt, dass Regionalität beim Verbraucher einen immer höheren Stellenwert einnimmt und heute schon das wichtigste sekundäre Kaufentscheidungsmerkmal beim Kunden ist.

Der Gurkenanbau ist längst Bestandteil der modernen Landwirtschaft. Die GPS-gestützte Kulturführung ist hier genauso in der Anwendung wie bei der Bewirtschaftung anderer land-wirtschaftlicher Kulturen. Punktgenaue Tröpfchenbewässerung zur Wasser- und Nährstoff-versorgung sichert einen sparsamen Ressourceneinsatz.

Erzeugung und Verarbeitung von Spreewälder Gurken leisten beständig einen hohen Anteil bei der Sicherung von Beschäftigung und bei der regionalen Wertschöpfung. Insgesamt werden 2019 von den Spreewälder Anbaubetrieben Gurken auf einer Netto-Fläche von rund 500 Hektar angebaut, davon rund 70 Hektar im Bioanbau, der ausschließlich von der Biohof Schöneiche GbR betrieben wird. In diesem Jahr kommen rund 2.700 Beschäftigte im Anbau und ca. 550 Beschäftigte in der Verarbeitung zum Einsatz. Mehr erfahren auf www.gutes-spreewald.de