Blaue Leinfelder – blühende Aussichten im Spreewald

Feldbesuch mit Leinanbauern und Ölmüllern

Lübben, 7. Juni 2019. Seit Hunderten von Jahren wird im Spreewald Flachs angebaut und zu unterschiedlichen Produkten verarbeitet. Das wohl bekannteste unter ihnen ist frisch gepresstes Spreewälder Leinöl. Auf ca. 210 Hektar Ackerfläche wächst in diesem Jahr im Spreewald Öllein. Das ist etwas weniger als im Vorjahr, welches durch eine starke Trockenheit im Vegetationsverlauf des Leines gekennzeichnet war. Im Ergebnis dessen fiel die Ernte an Leinsamen deutlich niedriger als erwartet aus. Fünf Spreewälder Landwirte verhelfen dem Lein zu seiner Renaissance. So verwandeln sich im Spreewald alljährlich im Frühsommer Felder in Meere aus zartblauen Blüten.

Blühender Öllein

Am 13. Juni treffen sich Anbauer und Verarbeiter des Ölleins mit Medienvertretern zum bereits traditionellen Medientermin während der Blütezeit an einem Leinfeld zwischen dem Bahnhof Börnichen und Schlepzig. Die Agrargenossenschaft „Unterspreewald“ aus Dürrenhofe als Gastgeber, baut in diesem Jahr auf einer Fläche von rund 30 Hektar Öllein an. Vor dem Feldbesuch bekommen die Teilnehmer die Gelegenheit, Leinöl-Kostproben von Spreewälder Ölmühlen zu verkosten.

Lein hat eine relativ kurze Vegetationszeit. In der Regel vergehen nur 120 bis 125 Tage zwischen Aussaat und Ernte. Erfahrene Landwirte sehen auf den ersten Blick, ob der Lein reif ist: die Blüten sind verschwunden; die Pflanze beginnt, sich braun und gelb zu verfärben. Schüttelt man die Leinkapsel, kann man darin die Samen leise rascheln hören. Mit modernen Messmethoden prüft der Landwirt den Feuchtigkeitsgehalt der Samen. Liegt dieser unter 9 Prozent, kann die Ernte beginnen. Sie erfolgt mit einem speziell eingerichteten Mähdrescher. Danach erfolgt die Reinigung der Körner. Nach der Reinigung werden die aufbereiteten Leinsamen zum Pressen an die Ölmühlen geliefert.

Auch wenn die Anbauflächen in den letzten Jahren zugenommen haben, ist Spreewälder Leinöl keine Massenware, denn der Ertrag liegt lediglich bei etwa einer Tonne pro Hektar. In jeder Flasche befindet sich also ein kleiner Schatz aus dem Spreewald. Aus diesem Grund bezeichnen die Spreewälder ihr Leinöl auch als “blaues Gold“.

Das Spreewälder Leinöl wird traditionell in zwei unterschiedlichen Verfahren gewonnen: Entweder mit einer Schneckenpresse oder mit einer Stempelpresse. In beiden Fällen werden die Samen nach vorherigem Aufbrechen unter hohem Druck zusammengepresst. Durch diese schonende, rein mechanische Behandlung, bleiben die wichtigen Inhaltsstoffe, vor allem die mehrfach ungesättigten Fettsäuren, erhalten. Weitere Informationen finden Sie hier.