Der Spreewald setzt auf Wertschöpfungspartnerschaften

EU-Geld für Schulterschluss in regionaler Ernährungswirtschaft

Die Entwicklung von Wertschöpfungspartnerschaften ist ein Hauptthema der regionalen Entwicklungsstrategie zur Stärkung der ländlichen Wirtschaft. Projekte zur Initiierung solcher Partnerschaften bis hin zu gemeinsamen Marketingmaßnahmen sind damit aus EU- und Landessicht förderwürdig. Die Fördermittel werden aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds zur Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) zur Verfügung gestellt. Das Land Brandenburg beteiligt sich mit einer Kofinanzierung an der Förderung der einzelnen Projekte. Partnerschaften oder neudeutsch Netzwerke haben gegenüber „Einzelkämpfern“ einen entscheidenden Vorteil. Durch Bündelung von Maßnahmen, Know-How und finanzieller Mittel lassen sich Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung von Produkten effizienter gestalten. Die einzelnen Partnerunternehmen werden so wettbewerbsfähiger. Im Spreewald konnten bereits Unternehmen aus den Branchen Fleisch- und Wurstwarenerzeugung sowie aus der Fischereiwirtschaft davon profitieren. Nun gibt es grünes Licht vom Fördermittelgeber für ein gleichermaßen partnerschaftliches Engagement zur Optimierung der Wertschöpfung in den Branchen Ölsaaten, Milch und Milcherzeugnisse sowie Biofleisch und -wurstwaren. Projektträger ist der Spreewaldverein e.V.

Im September fanden in der Geschäftsstelle des Spreewaldvereins in Lübben die Auftaktberatungen für das Projekt statt. Vertreter aus 18 Betrieben beteiligten sich daran. Darüber hinaus signalisierten im Vorfeld der Beratungen weitere 14 Unternehmen ihre Bereitschaft an einer Mitwirkung. Weitere Unternehmen können sich bei Interesse noch beteiligen. Mitwirken können Unternehmen aus den Bereichen Ölsaatenproduktion, Biomilch-, Schafs-, Ziegenmilchproduktion und Bioschlachttierproduktion, Schlachtbetriebe, Ölmühlen, Fleischereien, Molkereien, Fach- und Sortimentsgroßhandel sowie Gastronomie. Die Auftaktberatungen beschäftigten sich mit zwei Schwerpunkten. Zum einen mit dem Thema „Marktvorteile durch Herkunftssicherheit“ und zum anderen mit dem Schwerpunkt „Wirtschaftskreisläufe und Wertschöpfungsketten: Ziele, Methoden und Wege“.

 

Beispiel die Gurkenbockwurst.

Inhaltlich setzt das Projekt auf die Entwicklung einer qualitativ hochwertigen Rohstoffbasis und möchte eine qualitätssichernde erste Veredlungsstufe schaffen. Die Umsetzungsphase soll auch zu neuen, innovativen Produkten in der Endverarbeitung führen. Neue Vermarktungswege gilt es zu erschließen und bestehende zu stärken. Durch Auslobung mit der regionalen Dachmarke sollen sich die Produkte der genannten Branchen zukünftig als regionale Produkte von gleichartigen Produkten anderer Erzeuger gut abheben können. Die Schaffung einer nachhaltigen Vernetzung der Unternehmen ist auch nach Ende der Projektförderung und der Erreichung der gewünschten Effekte von den beteiligten Unternehmen zum eigenen Vorteil weiterhin nutzbar.

Im Rahmen des Projektes besteht für die teilnehmenden Unternehmen die Möglichkeit, geförderte Maßnahmen des Gemeinschaftsmarketings zu nutzen. Die ersten innovativen Entwicklungen sollen z.B. während der Internationalen Grünen Woche 2012 in Berlin vorgestellt werden und so einem Vermarktungsanschub erhalten. Interessenten, die sich noch beteiligen möchten, wenden sich bitte kurzfristig unter folgenden Kontaktdaten an den Spreewaldverein e.V.

Ansprechpartner: Geschäftsführer Lutz Habermann, Tel.: 03546 8426, E-Mail: info@spreewaldverein.de